zwischen Demut und Trance

Bei Griechen und Römern war Demut eine geringgeachtete Haltung der Unterwürfigkeit. Im christlichen Verständnis wurde sie eingedenk der Unvollkommenheit des Menschen im Gegensatz zu seinem vollkommenen Schöpfer zur Tugend. Immanuel Kant definierte sie als „Indikator für die eigentliche Würde des Menschen als eines freiheitlichen Vernunftwesens“. Für Friedrich Nietzsche war Demut ein gefährliches Ideal, hinter dem sich Feigheit und Schwäche versteckt. Weiterlesen

Freiheit und Einheit denkmalgerecht

Das wünscht sich jeder Staat. Denn welches Interesse hätte er an einem bewegten Volk? Wichtig ist ihm der eigene Fortbestand, den er am ehesten erreicht, wenn er nach innen sein Volk bei Laune hält und nach außen Stärke demonstriert, die ihm erlaubt, Bündnisse und Verträge zum eigenen Vorteil schließen oder wieder aufkündigen zu können. Für dieses Ziel gibt es verschiedene Strategien, aber es bleibt, unabhängig von der Staatsform, immer gleich. Weiterlesen

Hoffnungswege

In seinen Schriften „Empört Euch!“ und „Engagiert Euch!“ aus dem Jahr 2010 appelliert Stéphane Hessel, in einer betrüblichen Gegenwart die Zukunft nicht aufzugeben. Er sorgt sich um die Menschheit, aber vor allem hat er Sorge, sich und einen Gutteil seiner Zeit vertan zu haben. Nun sollen es bewährte Werte und die Zuversicht der Jugend richten. So bleibt mir am Ende des verzweifelt knappen Textes wenig mehr als Sympathie für einen alten Mann, der nicht umsonst gelebt haben will. Weiterlesen

Lebensweise

Eine Konsum-Gesellschaft deformiert den Einzelnen zu einem unsolidarischen Verbraucher, der dem Lebensglück nachjagt wie ein Verkäufer der Kundschaft oder ein Politiker den Wählerstimmen. Jedes abweichende Verhalten gilt als dumm und lächerlich. Was ist der Hans, nach sieben fremdbestimmten Jahren mit einem märchenhaften Klumpen puren Goldes entlohnt, doch für ein einfältiger Wicht! Entledigt und entschwert sich einer Kostbarkeit, für die wir alles gäben, als wäre sie pure Last. Am Ende dankt er Gott „mit Tränen in den Augen“ und kreuzt, statt in den Mittelpunkt der Welt zu rücken und dafür zu sorgen, dass sie sich um ihn dreht, leichten Herzens und glücklich wie kein Mensch unter der Sonne daheim bei Muttern auf. Weiterlesen