das Salz der Erde

„Ihr seid das Salz der Erde“, sprach der Wanderprediger Jeschua Ha-Nozri auf seiner Vortragsreise durch Galiläa und Judäa zu denen, die statt seinen Worten ihm selbst gefolgt waren. In einer eindringlichen Rede ließ er sie wissen, dass ihnen, sollten sie nicht in Schönheit verhallen, Taten würden folgen müssen, ihre Taten. Weiterlesen

„Colors of Math“

Dass Wissenschaftler und Techniker die Mathematik für ihre Jobs benötigen und Broker oder Versicherungsmakler sie missbrauchen, ist bekannt. Der in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerte Film „Colors of Math“ von der diplomierten russischen Mathematikerin und Regisseurin Ekaterina Eremenko, die den Film auch produziert hat, erzählt etwas anderes. Weiterlesen

Glück gehabt

Was man so alles unter Glück versteht! Jedenfalls kann die Stadtverwaltung Leipzig kaum etwas dafür, dass der Londoner königliche Richter Stephen Martin Males den Rechtsstreit um 350 Millionen Euro, auf die die Schweizer Großbank UBS die Kommunalen Wasserwerken Leipzig wegen verlorener Finanzwetten verklagte, zu Gunsten der Stadt entschieden hat, die nun keinen einzigen Euro an die Klägerin zahlen muss. Weiterlesen

niedere Beweggründe

In der ideologisierten Welt sind es Staaten, in der kapitalisierten Welt Unternehmen und in der religiösen Welt Kirchen, die, von Selbstzweifeln frei, immer wieder erklären, am besten geeignet zu sein, Verantwortung für Mensch und Natur zu übernehmen und dabei nichts als unser aller Wohl im Sinn zu haben. Dafür sollen wir ihnen die unsere übertragen, sollen wir sie wählen und mit aller Kraft unterstützen, wenn es sein muss bis zum letzten Atemzug oder Blutstropfen. Tunlichst verschweigen sie uns, dass stets nur ein Teil der Gesellschaft, meist eine Minderheit, der sie natürlich angehören, Vorteil aus diesen Anstrengungen zieht.  Weiterlesen

Lebenslauf

Die scheinbare Beschleunigung meiner Lebenszeit zum Ende hin erklärt sich nicht, wie mancher Möchtegern-Einstein mir weismachen will, aus einer physischen oder physikalischen Relativität der Zeit, sondern ganz im Gegenteil aus ihrem gleichförmigen Verlauf. Was ich wahrnehme, ist nichts anderes als die Schrumpfung des Verhältnisses von noch verbleibender zur gesamten Lebenszeit, das sich mit dem Lebensende in Nichts auflöst. Unabhängig davon, ob ich mir dieses Ende vorstellen will oder kann, spüre ich es immer deutlicher und näher und muss zur Kenntnis nehmen, dass jede ernsthafte Auflehung nur lächerlich ist. Wenn etwas von mir bleiben soll, muss ich es bis dahin entäußert haben.

Irgendwo ist immer Krieg

Krieg ist kein Naturgesetz, sondern ein Strukturgesetz. Er entsteht aus den künstlichen Hierarchien, die entwickelt wurden, um Eigentum zu behaupten und gegen andere zu verteidigen. Kriegsbereit sind nicht jene, die wenig haben, sondern jene, die wenig zu befürchten haben und sich stark fühlen. Sie rufen zu den Waffen, erteilen Einsatzbefehle und lassen kämpfen. Irgendwo ist immer Krieg. Weiterlesen

über die Verhältnisse

Warum sollte ich nicht länger über meine Verhältnisse leben?
Warum soll ich auf etwas verzichten, das ich haben kann?
Und wenn ich es habe, warum verliere ich es so ungern, wo ich doch weiß, dass es mir sowieso nicht für immer bleibt?
Warum will ich besitzen und den Augenblick des Besitzes dehnen, anstatt den nächsten vorzubereiten, in dem es mir etwas weniger besser gehen sollte als denen, denen es schlechter geht?
Warum habe ich lieber ein schlechtes Gewissen?
Wem nützt ein besseres?

ahnungsvoll unwissend

sind wir, wenn es um Zukunft geht. Keinen Blick voraus öffnet unser Denkvermögen, auf das wir so stolz sind. Allenfalls versetzt es uns in die Lage, Vorahnungen zu produzieren. Ganz etwas anderes wäre es, einen Vorteil daraus ziehen zu können, schon wegen der erschütternden Erkenntnis, dass es kein persönlicher Vorteil sein wird, den unsere Lebensfrist weitgehend ausschließt.

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