Sinn des Lebens

Ich glaube, dass das Leben Sinn hat und zu Resultaten führt, die vorauszusehen uns nicht gegeben ist“, sagte der Maler Max Beckmann. Bisher habe ich als gravierenden menschlichen Mangel beklagt, nicht in die Zukunft schauen zu können und unseren Verstand als Fehlentwicklung oder Sackgasse der Natur angenommen. Da Differenzierung ihr strukturierendes Prinzip zu sein scheint, war ich deswegen nicht besonders enttäuscht. Dann ist der Mensch eben nur eine begrenzte Variation, muss sich um Zukunft nicht bemühen und kann sich getrost im Augenblick austoben. Weiterlesen

Bandmaßanschnitt

Als Wehrpflichtiger tat ich kund, das übliche Bandmaß für die letzten 150 Tage nicht nötig zu haben. Hatte ich auch nicht in meiner damals komfortablen Rolle als Ghostwriter des Regimentskommandeurs, dem ich Teile seiner Diplomarbeit schrieb.2014-01-21_01 Leipzig, Bandmaßanschnitt

Heute genieße ich die Prozedur vor dem absehbaren Ende unfreiwilliger Arbeitszeiten und freue mich darauf, meinen belanglosen Arbeitsplatz endlich verlassen zu können und dann nur noch mir Wichtiges zu tun.

Pablo und Sylvette

 In der neuen Ausgabe der Zeitung kunst:art findet sich ein Beitrag über die Ausstellung „Sylvette, Sylvette, Sylvette“ in der Bremer Kunsthalle, dazu ein Foto aus dem Jahr 1954, auf dem die 20jährige Sylvette David abgebildet ist, die den 73jährigen Pablo Picasso zu einer Serie auch sehr intimer Portraits veranlasste. Eines, das ihr Gesicht im Profil zeigt, entdeckte ich 1969, als ich so alt wie die Portraitierte war, beim Durchblättern eines Bildbandes und verliebte mich unversehens. Neben dem Titel Sylvette ließ eine römische Ziffer auf weitere Bilder schließen. Weiterlesen

Eingang ins AussichtsReich II

Wenn die Menschheit eine lebenswerte Zukunft nur mit gravierend veränderten politischen und ökonomischen Verhältnissen erreichen kann, scheint die Lage ausweglos. Andererseits wurde 1985 der Kolchosbauernsohn Michail Sergejewitsch Gorbatschow Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und 28 Jahre später ein gewisser Jorge Mario Bergoglio, Sohn eines nach dem Ersten Weltkrieg nach Argentinien ausgewanderten Italieners, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche. Weiterlesen