ZeitFragen

Was heißt es, wenn ich sage: keine Zeit? Hatte ich sie bis zu dem Moment und jetzt nicht mehr? Kann ich sie ausschließen? Stellt sie sich wieder ein? Wenn ich es will? Was entgeht mir ohne sie? Zukunft. Und die Gegenwart? Kann es sein, dass die Gegenwart nur existiert, wenn ich Zeit habe? Kann es sein, dass, wenn ich sage: keine Zeit, die Gegenwart verloren ist? Ich in der Gegenwart verloren bin? Weiterlesen

noch 99 Tage …

Noch immer ist für Unbetuchte der Lebensunterhalt an unfreiwillige Arbeit geknüpft, von der andere profitieren. Noch immer gibt es kein bedingungsloses Grundeinkommen und Apanagen hatte ich nie in Aussicht. Zufrieden kann ich sein, nie meine Haut zum Markte getragen oder meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt oder auf Befehl anderen geschadet zu haben, aber ungefähr 70.000 Tagesstunden lang musste ich auf meine Lieblingsbeschäftigungen verzichten. 99 mal 8 sind es heute noch, bevor mir die Restzeit vollumfänglich zur Verfügung steht. Längst mühelos lässt sich mein Bandmaß mit den Händen straffen.

meine Krim

Meine Krim ist die Gemeinde Mölkau. Im Jahr 2000 wurde sie im Zuge einer sächsischen Gemeindegebietsreform von oben herab Leipzig zugeschlagen. Im Gegensatz zu Putins Annexion, die er, Beachtung des Volkswillens vortäuschend, mit einem Alibi-Referendum begründete,  wehrte sich die Mölkauer Bevölkerung in einem eindeutigen Bürgerentscheid gegen die Gelüste der Großstadt und ihrer Lobby im Landesparlament. Dreimal – in den 1920er Jahren, im Dritten Reich und in der DDR – war der Widerstand der kleinen Gemeinde erfolgreich gewesen, aber gegen „König Kurt“ Biedenkopf war kein Kraut gewachsen. Seine Rechtsverdreher und ein unterwürfiges Verfassungsgericht legitimierten den demokratischen Handstreich und hinterließen eine enttäuschte Bevölkerung, der das von Staats wegen verordnete UnRecht im kollektiven Gedächtnis bleiben wird.