Glätte

Ob Konsumerzeugnis oder Kunstwerk, Display oder Haut, glatte Oberflächen sind für den zur Zeit in Berlin denkenden Philsophen Byung-Chul Han (dessen kürzlich erschienene handliche Schrift „Transparenzgesellschaft“ ich jedem empfehlen kann) ein markantes Indiz für ein „Zeitalter des ‚Like‘“, wie der ‚Gefällt mir-Button‘ auf dem Facebook, der eine Kommunikation anregt und beschleunigt, die in eine „Kultur der Gefälligkeit“ mündet. Glätte statt Kratzern, statt Verletzlichkeit, statt ernsthafter Zuwendung, die unter die Haut geht, die eindringt, durchdringt, die Gefühlstiefen ausloten will, Liebe entstehen lässt oder auch Zorn. Weiterlesen

Besitzverhältnis

Wir alle besitzen die ganze Natur, den Sternenhimmel und die Erde mitsamt allen ihren Landschaften. Sobald wir aber unser Besitzergefühl auf ein paar Hektar Land beschränken, gehört uns von alledem nichts mehr“, sagt Ernesto Cardenal, der weise nicaraguanische Priester, Politiker und Dichter und dem, der sich mit irgendeiner Besitzurkunde in die Höhe reckt, dass er „damit nichts anderes als einige Seiten Papier mit ein paar bürokratischen Spitzfindigkeiten“ in Händen hält.

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