„Zohra“ aus Afghanistan

Zarifa Adiba ist die junge Frau auf dem Bild. Als ich sie, nicht ganz zufällig, fotografiere, sitzt sie auf dem Altarpodest in der Berliner Gedächtniskirche. Vor ihr schafft ein Orchester junger Musikerinnen eine klangvolle Stille für zwei Rubabs, das Nationalinstrument der Afghanen. Nicht ganz zufällig, weil, mehr noch als Äußerliches, die verträumte Konzentration in ihrem Gesicht meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Da weiß ich ihren Namen noch nicht. Weiterlesen

offene Zukunft

Es ist etwas ganz Verschiedenes, ob ich die Zukunft für offen halte oder ob ich meine, ich könne sie nur (noch) nicht erkennen. In diesem Fall halte ich sie nämlich grundsätzlich für vorbestimmt, und das entlastet mich für den Moment. Weil ja dann nur kommen kann, was kommen muss, unabhängig davon, ob mir etwas glückt oder misslingt. Im anderen Fall gibt es keine Narrenfreiheit mehr. Dann kommt es – und davon bin ich überzeugt – stets und ständig darauf an, was ich in meinem überschaubaren und in jeder Hinsicht begrenzten Lebensraum tue oder lasse. Dann bin ich gehalten, alle Kraft und Kreativität zu mobilisieren, um – meinen augenblicklichen Neigungen und Intentionen folgend oder auch ihnen entgegen – die Zukunft offen zu halten. Weiterlesen