Kasseler Kunst-Gang IV

Eine andere Komposition, die sich absichtsvoll musikalischer Begrifflichkeit bedient, ist die Performance „Social Dissonance“ des Spaniers MATTIN in der „documenta“-Halle. Könnte das Ausüben von „Noise und Improvisation“ dazu beitragen, das Ausmaß des Zur-Ware-Werdens und der Vermarktung (menschlicher Arbeitskraft) besser zu verstehen und gar aufzuhalten? Können wir Noise (Lärm, Geräusch, Krach, Rauschen, Störung, Klatsch, Heroin, Rumor) nutzen, „um althergebrachte Beziehungen zwischen Publikum und Performer_in zu überwinden?“ Das soll das Publikum in Mattin‘s 163 Tage dauerndem ‚Konzert‘ an sich selbst erproben. Weiterlesen

Kasseler Kunst-Gang III

In fortwährender Beschleunigung sind fünf Jahre eine lange Zeit. 2012 eröffnete ich meinen Blog mit zwei „Kunst-Gängen“ durch Gebäude und Gelände der „documenta 13“. Der Besuch der „documenta 14“ ist eine Gelegenheit, diesen Zeitraum zu verklammern und in eine Frist umzuwandeln, in der ich, zunehmend bewusster, LebensZeichen aussende, resümiere und vorausblicke. Geblieben ist die Neugier auf die Welt und die Neugier auf die Kunst weltweit. Wie reagieren kreative Menschen auf die Eigenart der Gattung, sich selbst immer konsequenter in Frage zu stellen? Wie lösen sie Maß und Anmaßung in ihren Lebensweisen auf? Weiterlesen