willkommene Trauer?

Es sind schlimme Situationen, umso tragischer, je dramatischer die Umstände und je größer die Opferzahl, wenn sich Überlebende nach einer Naturkatastrophe oder Hinterbliebene nach folgenschwerem technischem oder menschlichem Versagen zu gemeinsamer Trauer zusammenfinden – so wie nach dem Flugzeugabsturz am gestrigen Dienstag in den französischen Alpen.

In die landesweite Bestürzung mischt sich allerdings mein Eindruck, dass solche Ereignisse in einer vom Egoismus immer heftiger durchlöcherten Gesellschaft ein willkommenes Bindemittel sind, gern genutzt von denen, die für diesen prekären Allgemeinzustand die Verantwortung tragen. Mit Dankbarkeit und innerer Genugtuung scheinen sie Beileids- und Bedauernsworte zu verbreiten.

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