feuer und glut

nie war ich ein freund

lodernder flammen ein pyromane

schlummert nicht in mir

aber immer hat mich die glut

inspiriert, der vermeintliche rest

ihr tatsächlicher grund

wenn städte im nachtlicht erschienen

oder lavaströme in rissen von ästen

oder pulsierende mäander

oder magische schriften

sich zeigten, um enträtselt zu werden

und inzwischen erloschen sind

oder in der warmen asche

noch lauern, in der verbliebenen zeit

in einem hoffnungsdunkel

Z

Ein Schmuckanhänger in Form eines schwarzen Blitzes, den meine Tochter kürzlich am Hals trug, erinnerte mich an Gilles Deleuze und sein „Abécédaire“. Darin, in einem als Film veröffentlichten Gespräch, das seine ehemalige Studentin und lebenslange Freundin Claire Parnet mit ihm führte, verknüpft der Philosoph ausgesuchte Begriffe entlang des Alphabets mit Biographem und endet – 1988 und 1989 geschah das in drei mehrstündigen Sitzungen – bei Z: Weiterlesen

Projektionen

Im Alter von Dreizehn oder Vierzehn bekam ich einen Globus geschenkt. Warum beutzte ich ihn so gut wie gar nicht und nahm, wenn ich die Kontinente und Meere betrachten wollte, nach wie vor Lexika oder Atlanten zur Hand? Vielleicht, weil ich dort alles auf einmal sah? Dass diese Darstellungen zum Teil deutlich von denen auf dem Globus abwichen, bemerkte ich lange nicht. Weiterlesen

ein Gefühl

Über ein Gefühl nachdenken können, ist ein einzigartiges Privileg. Die Sorge, es dabei zu zerstören, halte ich für ebenso unbegründet wie die Erwartung, es mit Gedanken vertiefen oder gar kontrollieren zu können, denn ein Gefühl ist ein viel komplexeres Gebilde als ein Gedanke. Mit ihm erst lebt mein Körper, das vermeintliche Hirngefäß, und lässt die Welt in mich hinein. Handelt es sich um ein Gefühl von Menschen füreinander, wirkt es sich ebenso auf den anderen aus. Weiterlesen