Ärzte

Ich unterscheide Ärzte und Fachärzte. Fachärzte sind für mich solche, die in ihren Beurteilungen und Diagnosen nicht über ihr Fachwissen hinauskommen. Besser wäre, sie sähen es als Basiswissen an, das mit der eigenen Tätigkeit täglich anwächst. Dann erst werden sie zu Ärzten.

zwei Zukunftsretter

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In seinem Projekt „Instituto Terra“ rekonstruiert Sabastião Salgado seit 1999 auf einer Fläche von 600 Hektar Atlantischen Regenwald. Salgado, der Wirtschaftswissenschaft studierte, bevor er als Fotograf mit Bildbänden wie „Workers“, „Exodus“ oder „Migranten“ weltweit bekannt wurde, tut das gemeinsam mit seiner Frau Lélia, ihrem Sohn Juliano und weiteren HilfReichen auf der Bulcão Farm bei Aimorés. Die 450 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro gelegene Familienfarm war wie viele in der Region am Ende des Jahrhunderts durch rücksichtslose Viehhaltung verwüstet. Der Boden war ausgedörrt, das Wasser verschwunden und mit ihm ein üppiger Bewuchs samt allem, was in ihm hauste. Weiterlesen

Selbstzufriedenheit

Unser bisheriges Wohlstandsmaß, das Bruttonationaleinkommen (früher Bruttosozialprodukt) scheint immer unzureichender abzubilden, wie wohl wir uns tatsächlich fühlen. Das liegt zum einen daran, dass die Endprodukte und Dienstleistungen, die wir produzieren, immer ungleicher verteilt werden, ohne dass es einen einzigen vernünftigen Grund dafür gäbe. Zum anderen richten wir mit dem Geschaffenen und Geleisteten inzwischen so viel Unheil an, dass, statt unser Wohlbefinden auszuweiten, ein immer größerer Teil des BNE aufgebracht werden muss, um die angerichteten Schäden wieder zu beseitigen. Weil der Mensch ein UnTier ist? Auf jeden Fall ist er mehr als der Homo oeconomicus, zu dem er (sich) im Kapitalismus degeneriert. Will aber vor allem zufrieden sein! Wenigstens in Frieden ruhn. Weiterlesen

Biennale di Venezia IV

Etwas ganz anderes gelingt Anne Imhof. Im Berliner Hamburger Bahnhof, heute ein Museum für Gegenwart, habe ich vor einem Jahr einen Teil ihrer multimedialen Performance „Angst II“ erlebt. Mutig hatte sie dort, mit dem Kunstpreis der Nationalgalerie im Rücken, eine zuvor in Basel inszenierte ‚Oper‘ fortgesetzt. Mit Tänzern und Tieren, mit Schall und Rauch hatte sie den mächtigen Raum vermessen und mit Bedeutung gefüllt, mit jungen schönen androgynen Menschen, die sich darin in einer Mischung aus Choreographie und Improvisation bewegten. Es war faszinierend, nur Angst hatte ich in keinem Moment.

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Biennale di Venezia III

Die Beschreibungen nationaler Präsentationen sind nicht wertend gemeint. Sie sollen das Spektrum zeigen und die vielfache Nähe der Arbeiten zu aktuellen Ereignissen und Befindlichkeiten, die auf bevorstehende Veränderungen in der Gesellschaft aber auch des Individuums deuten. Nichts wird bleiben wie es ist und das Absehbare gibt Anlass zu großer Achtsamkeit und Sensibilität. Ich habe den Eindruck, dass das weltweit erkannt und kaum noch verdrängt oder überspielt wird, sondern ein hauptsächliches Anliegen dieser Schau ist. Sie kommt meiner Idee nahe, in der Vielfalt Ähnlichkeiten zu finden, sie in realen oder virtuellen Räumen, auf ‚Plateaus‘,  zu versammeln, von da aus (global) miteinander zu kommunizieren und (global) verträglich zu handeln, im Gegensatz zu hierarchisch strukturierten Systemen, wo Macht dominiert und mit einer Herrschaftskultur (globale) Dominanz absichern will. Weiterlesen

Biennale di Venezia II

Welchen Eindruck das Anliegen der Kuratorin hinterlässt und wie mit ihm umgegangen wird, hängt maßgeblich vom Betrachter ab. Je nach seiner persönlichen Lage wird er das Vorgefundene wie einen vielfarbigen Coctail schlürfen, sich in einem Freiraum fühlen oder inmitten bedrohlicher Notwendigkeiten. Ich fühle mich über zwei Tage hin abwechselnd berauscht, befreit oder bedrängt. Weiterlesen

Biennale di Venezia I

Nach Bekanntschaft mit der Kasseler documenta der Jahre 2007, 2012 und 2017 und der diesjährigen Biennale di Venezia kann in schnelllebigen Zeiten von einer gewissenhaften Sichtung keine Rede sein. Aus den Stippvisiten Tendenzen ableiten oder gar Prognosen zur Rolle und Bedeutung von Gegenwartskunst geben zu wollen, würde nicht einmal professionellen Kennern gelingen. Aber ich bemerke, dass sich die Welt unseretwegen messbar und spürbar verändert. Ich bemerke, wie sich daraus auch veränderte Wahrnehmungen ergeben, von denen ich nicht weiß, wie sie sich auf mich, auf die Gesellschaft und auf meine Umgebung auswirken werden. Weiterlesen

Elbphilharmonie

Wissenschaftler sagen, dass unser Gehirn beim Musizieren so intensiv wie bei kaum einer anderen Tätigkeit Hören und Sehen, Fühlen und Tasten, Bewegung und Koordination, Imagination und Kreativität miteinander verknüpft. Sie sagen, dass beim Musizieren oder Musik hören Glückshormone wie beim Essen und Sport, bei Sex und durch Drogen produziert werden und dass es neben allen kulturellen Unterschieden weltweit viele Gemeinsamkeiten in der Musik gibt, dass ihre beruhigende oder anregende Wirkung universell ist.

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