Wen oder was wählen?

An der letzten Bundestagswahl habe ich mich nicht beteiligt. Warum nicht? Weil Gegenstimmen nicht möglich sind. Nur eine solche hätte ich guten Gewissens abgeben können und zwar für jede der etablierten Parteien von Rechts bis Links. Weil jede, hinter schönen oder leeren Worten versteckt, mit Umverteilungen, Abschottungen, Sanktionen oder offener Gewalt nur verteidigen und befestigen will, was schnellstens beseitigt werden sollte: ein System, das eine Mehrheit um eine lebenswerte Zukunft bringt. Weiterlesen

FrageZeichen

Mit einem Fragezeichen endet der Titel der 2016 erschienenen, eben gelesenen Schrift „What Kind of Creatures Are We?“ von Noam Chomsky. Es ist der erste Satz. Das FrageZeichen, erwartete ich, würde dem Ende zu aufgelöst. Aber den Gefallen tut Chomsky mir nicht. Allerdings lässt er wissen, dass er selbst gern mehr wüsste. Weiterlesen

Musik

Musik ist heute die Sprache, mit der wir offensichtlich am besten begreifen und zusammenhalten. Warum es nicht die Worte sind, auf deren ‚Erfindung“ wir so stolz sind, ist eine große Frage. Weil nach wie vor der Bauch den Kopf dominiert? Das hören bezeichnenderweise vor allem die Klugen nicht gern. Als müssten sie verteidigen, was ihnen nicht gelingt: mit dem Austausch von Gedanken dem Kampf ums Überleben immer mehr Lebenswertes abzugewinnen. Weiterlesen

Terroristen

Ursprünglich galt Terror als legitime Staatsaktion. „Terror ist nichts anderes als rasche, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit. Er ist eine Offenbarung der Tugend“, erklärte der Revolutionär und jakobinische Politiker Maximilien de Robespierre im Jahre 1794 vor dem französischen Nationalkonvent. Weiterlesen

Populisten

Populisten – das Wort ist derzeit in aller Munde, vor allem bei denen, die sich gern für etwas Besseres halten: Eliten. Das sollen Mächtige und Reiche sein, EU-Bürokraten, Professoren, Politiker beispielsweise, jedenfalls jene Minderheit, die die Populisten für die Verhältnisse verantwortlich machen, unter denen sie leiden und den Kürzeren ziehen. Auch die gut dotierten und oft in verdächtigem Gleichklang tönenden Berichter und Meinungsbildner in den Medien rechnen die Populisten den Eliten zu und reden von ‚Lügenpresse‘, die gar nicht zur Unwahrheit verpflichtet werden muss, weil sie sich freiwillig und höchst eigennützig selbst konditioniert – aber das ist ein anderes Thema … Weiterlesen

gehaltvolles Bloggerfrühstück

Beitrag von Dr. H.-J. Körting

Die Probleme unserer Gegenwart sind sehr komplex und schwer zu analysieren. Mitunter verlässt einen der Mut, sich um eine Änderung der Situation zu bemühen. Dabei ist es eigentlich jedem selbst überlassen, inwieweit er sich einbringt. Man kann aber auch die Probleme auf konkrete Situationen herunterbrechen und dennoch zur Aufklärung beitragen. Zudem noch unterhaltsam zu sein, ist ein Vorzug erfolgreicher SchriftstellerInnen.

Der Autor (links) und Ursula Poznanski (2. v. rechts) beim Bloggerfrühstück

Weiterlesen

TotenQuoten

Ich empfehle, Flüchtlingsquoten nicht für die Lebenden festzulegen, sondern für die Toten, für die, die auf der Flucht nach Europa umkommen. Unsere jahrzehntelang perfektionierte Bürokratie soll sie per Schlüsselzuweisung auf die wohlhabenden Länder verteilen. Danach soll jedes Land selbst entscheiden, wie es mit ihnen umgeht. Ob es sie klammheimlich in Massengräbern verscharrt oder ob es ihnen mit einem Staatsbegräbnis nachtrauert – um nur zwei Beispiele für eine mögliche Endversorgung zu nennen.

Vielleicht gelingt es auf diese Weise, die vielen Ausflüchte, Hilflosigkeiten und schlechten Gewissen beim Anblick der Lebenden, die Zuflucht bei uns suchen, zu einem kollektiven Verständnis für den Zusammenhang zwischen ihrer Anwesenheit und unserem Wohlstand zu bündeln.

ZwischenZeiten

1

Die Welt ist eitel. Vielleicht fehlt ihr der Ehrgeiz, sich erkennen zu wollen, aber sehen will sie sich schon. Dafür hat sie das bewusste Selbst ‚erfunden‘. In ihm einen EigenSinn zu suchen, halte ich für ein ehrgeiziges aber heikles Unterfangen. Ein großes Vergnügen kann es allerdings sein, sich in ZwischenZeiten, auf dieses Selbst bewusst einzulassen. Weiterlesen

Menschen im System I

Soziologen wissen, dass feste soziale Bindungen die Grundlagen der menschlichen Existenz sind, nicht zuletzt weil wir mindestens ein Viertel unseres Lebens als Kinder, Alte oder Kranke von der Sorge und Pflege durch andere abhängen. Gemeinschaft ist unser Zuhause, und ein beträchtliches Maß unserer körperlichen und geistigen Kräfte wenden wir in der Zwischenzeit auf, Zuwendung zu organisieren. Weiterlesen

die Kinder von Gando

Das Dorf Gando liegt in Westafrika, im „Vaterland der ehrenwerten Menschen“. Weil in diesen Zeiten das Kapital die Welt regiert, ist es keine Überraschung, dass die Ehrenwerten auch in Burkina Faso nicht in Wohlstand leben und ihre Kinder in Goldminen Steine zerschlagen und Stollen graben, anstatt zur Schule zu gehen. Die gab es in Gando bis 2001 nicht, ebenso wenig wie bis heute fließendes Wasser und Elektrizität. Etwa Dreitausend Einwohner haben eine Lebenserwartung von knapp über 50 Jahren. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 20 Prozent (weltweit bei 3,8 und in Deutschland bei 0,3 Prozent) und kaum jeder Vierte kann lesen oder schreiben. Weiterlesen