Geister

In der Schule habe ich gelernt, Geister habe der Mensch sich zu einer Zeit erfunden, als ihm Naturerscheinungen ungeheuerlich waren. Damit wird ihm unterstellt, er sei seiner Unwissenheit nicht gewachsen gewesen, im Laufe der Zeit aber weiter gekommen, so weit, dass er Geister heute nicht mehr nötig hat und mit ihnen herumspielen kann, Scherze machen, sich an denen belustigen, die noch an sie glauben und Spektakel um sie herum veranstalten.

Ich denke inzwischen, Geister sind aus der Idee heraus gewachsen, dass ein komplexer Zusammenhang bei seiner Veränderung sich nicht auflöst und restlos in einen neuen Zusammenhang übergeht, sondern dass er in ihm in einer Form enthalten bleibt und fortbesteht, die nicht mehr materieller Natur ist.

Demnach wären Geister die Vorgeschichte unserer Welt, unserer Zusammenhänge, unserer selbst. Das halte ich nicht nur für eine sehr vernünftige Konstruktion, es gestände meinen Vorfahren auch ein Maß an Einsicht und Erkenntnis zu, das sie auf Augenhöhe mit mir bringt.

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