Glückwunsch den Briten!

Die zweite Überraschung an diesem Morgen sind Worte von David Cameron, die er für die Briten findet, die sich gestern – das war die erste Überraschung – mehrheitlich für einen Austritt aus der EU entschieden haben. Der Premier erklärt seinen Stolz auf dieses Volk und die getroffene basisdemokratische Entscheidung, die er als EU-Befürworter in vollem Umfang respektieren werde, um im Herbst von seinem Amt zurückzutreten.

Enttäuscht wäre ich, wenn ich im EU-Austritt der Briten tatsächlich die Beschädigung von etwas Wertvollem sähe, von einer friedfertig zusammenfindenden Völkergemeinschaft, wie ihre Visionäre sie sich vor über 50 Jahren vorgestellt haben.

Aber ich bin froh, weil ich in dieser Abstimmung einen ersten Schritt zur Auflösung eines längst, schon seit Jahrzehnten, kontinentalen bürokratischen Monstrums sehen kann, mit dem sich Banken, Politiker und Konzerne in willfähriger Begleitung hochmanipulativer Massenmedien vor allem eigene Vorteile verschafft haben.

Glückwunsch den Briten, die die schleichende Entdemokratisierung ihrer Gesellschaft mehrheitlich durchschauen. Davon können wir vom Wohlstand hirnvernebelten Deutschen mit dürftigen 15 oder 20 Protestprozenten (die wir zu allem Übel auch noch in rechtsnationalen Gruppierungen deponieren) nur träumen.

Nach wie vor traue ich aber den parlamentarischen Demokratien nicht über den Weg. Ich traue ihnen zu, dieses Votum zu unterlaufen und in Zustände umzubiegen, die schlussendlich einen verheerenden wirtschaftlichen und politischen Crash auslösen werden. Verheerend dann vor allem für die Vielzahl jener, die sich und anderen nichts anderes wünschen als ein zufriedenes Leben.

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