im Vorhinein

Im Nachhinein scheint uns vieles schlüssig, scheint Folgendes notwendig aus dem bis dahin Vorhandenen hervorgegangen. Im Vorhinein ist es aber so unendlich schwer, dieses Folgende auch nur einigermaßen verlässlich abzusehen. Sollten wir da nicht stutzig werden?Warum ist das so? Wahrscheinlich, weil Zukunft nicht von der Gegenwart her bestimmt wird, sondern grundsätzlich offen ist. Gleichzeitig sind wir noch nicht und wahrscheinlich niemals in der Lage, die Komplexität der Welt, von der wir selbst nur Partikel sind, zu erfassen. Zu achtzig Prozent verlassen wir uns auf unsere Wahrnehmungen, die restlichen zwanzig verteilen sich auf Wissen, Erfahrung und Intuition. Das reicht für eine einigermaßen wahrscheinliche Prognose nicht annähernd.

Kann sich das ändern? Wahrscheinlich nicht. Jedenfalls nicht, solange unserer Intelligenz nicht noch gehörige Quantensprünge gelingen oder eine künstliche Intelligenz um sich greift und beginnt, die Natur mit neuen Mustern zu versehen.

Das ist ein starkes Argument für Demut und sollte ein starker Impuls für einen Realitätssinn sein, der mit größter Vorsicht auf seine Umgebung reagiert und sie behutsam kultiviert. Tatsächlich tun das bisher erschreckend wenige Exemplare unserer Art. Die Mehrheit arbeitet mit dem IQ eines Krebsgeschwürs an der eigenen Selbstzerstörung.

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