Kommunikation

Kann es sein, dass eine schlecht entwickelte Kommunikation ein wichtiger Grund für unsere Schwierigkeiten mit der Gegenwart ist (in der die Zukunft liegt)?

Denn diejenige (Kommunikation), aus der die sozialen Gefüge hervorgehen (und mit ihnen unsere politische und ökonomische Realität), ist seit Jahrtausenden auf einer niederen  Stufe geblieben. Nur in kurzen Phasen gelang uns gegenseitiges Geben und Nehmen. Allein im Nehmen sind wir kontinuierlich und anspruchsvoll (und meist rücksichtslos). Der Austausch einer Vielzahl unbewusster Lebensformen mit längerer Entwicklungszeit ist uns da deutlich überlegen. Unsere inzwischen erworbenen technischen Fähigkeiten reichen bei Weitem nicht aus, dieses fatale Niveau zu verlassen. Verlassen wir es nicht umgehend, haben wir keine Zukunft.

Die erste Stufe oberhalb dieses ‚Kellergeschosses‘, auf die ein schmaler Lichtstreif fällt, der eine gewisse Aussicht öffnet, erreichen wir mit der Fähigkeit zum Wechsel der Perspektive. Im Spiel und in kreativen Anwandlungen wird das Hineinversetzen in die Lage des Anderen ausprobiert. Die Mehrheit schaut sich das interessiert an, berauscht sich aber anschließend wieder an der Illusion, der Mittelpunkt der Welt zu sein. Auf dieser Stufe, wenn die meisten auf ihr stünden, würde Zukunft wenigstens nicht mehr durch eigenes Handeln verloren.

Die nächste Stufe wäre erreicht, wenn die Freiheit (als Einsicht in Notwendiges) gelänge, diesen empathischen Austausch auf das komplette Raumschiff Erde auszuweiten. Dann wäre das erste Mal ein Wesen in der Lage, Zufälle im Fortgang der irdischen Genese einzuschränken und die Lebenschancen auf dem Planeten zu verbessern.

Von der höchsten Stufe der Kommunikation aus öffnet sich die phantastische Möglichkeit, das irdische Verständnis in kosmische Dimensionen zu transformieren, außerirdische Gestaltungskräfte wahrzunehmen und die eigenen rückhaltlos in sie einzubringen. Auf die Idee einer Kosten-Nutzen-Rechnung auf dem Niveau buchhalterischer Bilanzen käme dann selbstverständlich niemand mehr. Entstehen würde etwas Neuartiges, das auf der wohltuenden Seite unserer Vorstellungskraft liegt.

Noch unter der niederen Stufe der Kommunikation aber – um wieder zurück auf den zerfransten Teppich der Gegenwart zu finden – liegt die Gewalt. Liegt jegliche, durch nichts und niemanden zu rechtfertige Gewalt. Liegt sie als Konsequenz unserer angstvollen Unfähigkeit, Plätze zu wechseln.

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