Kriegspropaganda

Was wir seit Noam Chomsky’s „Media Control. Wie die Medien uns manipulieren“ von der freiwilligen regierungskonformen Berichterstattung der führenden US-Medien seit 1945 wissen, hielten bisher viele angesichts grundgesetzlich verankerter Presse- und Meinungsfreiheit hierzulande nicht für möglich – und täuschten sich fatal. Dass westliche Medien „sich in der Ukraine-Krise seit mehr als einem Jahr in Lügen, Gemeinheiten und – wo es ins Konzept passt – geheuchelter Anteilnahme und inszenierter Empörung“ überbieten, erklärt der Journalist und Schriftsteller Wolfgang Bittner (www.hintergrund.de, 05.09.2014) aus der gemeinsamen Zugehörigkeit und Nähe vieler führender Politiker und Journalisten zu Think Tanks und Vereinigungen, „die von staatlichen Stellen, zum Beispiel dem US-Außenministerium, der CIA oder sonstigen interessierten Organisationen und Konzernen finanziert werden“ und schlussfolgert: „Während die Brandstifter für die Ukraine-Krise in den USA und der EU zu suchen sind, haben die Medien die Rolle des Brandbeschleunigers übernommen.“ Einige Beispiele:

  • „Putins großrussische Doktrin, seine offene Annexion der Krim und sein verdecktes Vorgehen in der Ukraine zwingen den Westen dazu, die Reihen zu schließen.“ Deshalb „werden die Europäer nicht umhinkommen, wieder über eine Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben nachzudenken.“ (Nikolas Busse, FAZ, 03.09.2014)
  • „Es ist wie ein Zeitsprung 25 Jahre zurück, als im Kalten Krieg mit der damaligen Sowjetunion und dem Warschauer Pakt militärische Stärke in Europa zählte. […] Die NATO wird nachlegen, nachrüsten müssen. Die ständige Verkleinerung der Armeen, auch der Bundeswehr, war keine gute Idee. Die Verteidigungshaushalte werden steigen müssen.“ In einem früheren Kommentar: „Die NATO wird es angesichts der neuen Lage, die durch die Ukraine-Krise entsteht, nicht bei konventioneller Rüstung belassen können. Zur glaubwürdigen Abschreckung gehören auch Nuklearwaffen, über die zu sprechen, einem kalte Schauer über den Rücken jagt.“ (Bernd Riegerts, Deutsche Welle, 04.09./07.05.2014)
  • „Der von Russland geschürte kriegerische Konflikt in der Ost-Ukraine, die gewaltsame Annexion der Krim und die Ängste der osteuropäischen Nato-Staaten vor der aggressiven Außenpolitik des russischen Präsidenten Wladimir Putin zwingen die westliche Allianz zum Überdenken ihrer Strategie.“ (Dirk Hempel/Andreas Thewalt/Dirk Hoeren, Bild, 04.09.2014)
  • Die NATO habe „Kriege verhindert, Freiheit verteidigt – erfolgreicher als die zögerlichen Vereinten Nationen, die sich mit westlichen Werten oft schwertun“. Nun müsse „die NATO nur noch beweisen, dass sie nicht nur ein politisches, sondern auch ein militärisches Bündnis ist“. (Der Fernsehjournalist Dieter Kronzucker)
  • „Abschreckung ist immer noch die beste Form der Verteidigung.“ (Stefan Kornelius, Süddeutsche Zeitung, 04.09.2014)

„Ich denke, es ist offensichtlich, dass der Prozess der NATO-Erweiterung keinerlei Bezug zur Modernisierung der Allianz selbst oder zur Gewährleistung der Sicherheit in Europa hat“ sagte Wladimir Putin in einer Rede, die er auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2007 hielt. „Im Gegenteil, das ist ein provozierender Faktor, der das Niveau des gegenseitigen Vertrauens senkt. Nun haben wir das Recht zu fragen: Gegen wen richtet sich diese Erweiterung? Und was ist aus jenen Versicherungen geworden, die uns die westlichen Partner nach dem Zerfall des Warschauer Paktes gegeben haben? Wo sind jetzt diese Erklärungen? An sie erinnert man sich nicht einmal mehr. Doch ich erlaube mir, vor diesem Auditorium daran zu erinnern, was gesagt wurde. Ich möchte ein Zitat von einem Auftritt des Generalsekretärs der NATO, Herrn Wörner, am 17. Mai 1990 in Brüssel bringen. Damals sagte er: ‚Schon der Fakt, dass wir bereit sind, die NATO-Streitkräfte nicht hinter den Grenzen der BRD zu stationieren, gibt der Sowjetunion feste Sicherheitsgarantien.‘ Wo sind diese Garantien?“ Daran will heute keiner der Berichterstatter von der noch verbalen Front erinnert werden und ebenso ungern, dass die USA seit der „Orangenen Revolution“ 2004 bis zur Maidan-Bewegung mehr als fünf Milliarden US-Dollar in einen Regimewechsel in der Ukraine investiert und das Land im Einvernehmen mit der EU destabilisiert hat. An der aggressiven Politik der NATO, EU und USA haben sie nichts auszusetzen.

Ein Gedanke zu “Kriegspropaganda

  1. Die russiche Föderation ist genau so ein kapitalistischer Staat wie die Bundesrepublik oder Frankreich. Die Bemühungen seit Willy Brand durch mehr Zusamenarbeit und Vertrauen Europa sicherer zu machen und Kriege auszuschliessen werden von NATO und USA sabotiert. Neuerdings ist unsere Regierung zu den Kriegstreibern übergelaufen. Und unsere Presse? Ferngestuert von NATO und State Department.
    Soweit unsere Erkenntnis – und nun muss aber die Frage lauten was macht das deutsche Bürgertum dagegen? Wie wehren sich Kulturschaffende gegen diese Kriegsvorbereitung? Wass macht „unser Volk“?
    1989 gingen wir auf die Strasse und riefen wir sind das Volk – heute sind wir nur noch Konsumenten und lassen mit uns machen?
    Der Ruf „Empört Euch“ ging auch an uns!

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