Lebenslauf

Die scheinbare Beschleunigung meiner Lebenszeit zum Ende hin erklärt sich nicht, wie mancher Möchtegern-Einstein mir weismachen will, aus einer physischen oder physikalischen Relativität der Zeit, sondern ganz im Gegenteil aus ihrem gleichförmigen Verlauf. Was ich wahrnehme, ist nichts anderes als die Schrumpfung des Verhältnisses von noch verbleibender zur gesamten Lebenszeit, das sich mit dem Lebensende in Nichts auflöst. Unabhängig davon, ob ich mir dieses Ende vorstellen will oder kann, spüre ich es immer deutlicher und näher und muss zur Kenntnis nehmen, dass jede ernsthafte Auflehung nur lächerlich ist. Wenn etwas von mir bleiben soll, muss ich es bis dahin entäußert haben.

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