Zeit und Sinn

Hat die Entwicklung des Kosmos aus Strings, Quarks, Atomen und Molekülen hin zu Lebensformen, die wir beobachten und dass wir sie beobachten können, einen Sinn? Das wäre so, wenn sie kein Zufall wäre und die wachsende Differenzierung der Materie ein schlüssiges Nacheinander. Aber die Zeit, ohne die sie gar nicht erkennbar wäre, kommt erst spät ins Spiel. Genau genommen erst auf einer Stufe der Entwicklung, in der die Natur sich ihrer selbst vergewissern kann, im Selbst-Bewusstsein.

Erst das bewusste ICH verspürt ZEIT und sucht einen SINN. Erst in meiner Nähe entsteht die Ferne und weckt Interesse – um sich demnächst wieder zu verlieren? Woraus nährt sich meine Sehnsucht, wo doch nichts so gewiss ist wie die eigene Endlichkeit, die mich auf den Augenblick festlegt, in dem ich mich auslebe?

Wofür liege ich auf der Lauer? Für die Zukunft meiner Nachkommen, die ich vorbereiten will? Oder hoffe ich insgeheim auf Metamorphosen, mit denen das ICH seine NATUR überlistet? Das allerdings ist nicht wahrscheinlicher als die Annahme, nur eine Fehlstelle in der Zeitlosigkeit zu sein. Oder ein temporäres Paradoxon: eine mögliche Unmöglichkeit.

 

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