Musik

Musik ist heute die Sprache, mit der wir offensichtlich am besten begreifen und zusammenhalten. Warum es nicht die Worte sind, auf deren ‚Erfindung“ wir so stolz sind, ist eine große Frage. Weil nach wie vor der Bauch den Kopf dominiert? Das hören bezeichnenderweise vor allem die Klugen nicht gern. Als müssten sie verteidigen, was ihnen nicht gelingt: mit dem Austausch von Gedanken dem Kampf ums Überleben immer mehr Lebenswertes abzugewinnen.

Aber dann kommt, wie kürzlich geschehen beim Eurovision Song Contest, diesem schrillen Spektakel, das es nicht immer war, ein sensibler Sänger – herzkrank, mutmaßt man – und singt abseits der ganz vergeblich groß aufgemachten Bühne, ein feines, inniges Lied, das seine Schwester für ihn geschrieben hat. Das lässt sich von der Musikindustrie erst in gewohnter Weise vereinnahmen, als es bereits in Millionen Herzen klingt und von dorther, so kommt es mir vor, die Erlaubnis erhalten hat, vermarktet zu werden.

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