ein brandneues Testament

Es stimmt: Was ein Film wert ist, hängt nicht zuletzt von dem ab, der ihn sieht. In „Das brandneue Testament“ des Belgiers Jaco Van Dormael erlebe ich eine brillante Mischung aus Satire und Kreativität, aus göttlicher Komödie und menschlicher Tragödie und eine schallende Ohrfeige ins Gesicht aller Gut- und Gottgläubigen, denen der Monotheismus das Hirn verkrautet. Denn Gott ist nicht allein und war es nie. Weiterlesen

Juden Muslime Christen etc.

Ein besonderer Film ist die 2010 in Frankreich entstandene vierteilige Dokumentation „Juden & Muslime. So nah. Und doch so fern!“, die jetzt wieder bei Arte zu sehen war. Die Autoren Karim Miské, Emmanuel Blanchard und Nathalie Mars sammelten historisches Material aus 14 Jahrhunderten Glaubensgeschichte, befragten, ohne dem Christentum auszuweichen, Spezialisten für Judentum und Islamwissenschaft und montierten daraus das Beziehungs- und Konfliktgeflecht zwischen Juden und Muslimen seit der Entstehung des Islam auf der arabischen Halbinsel im 7. Jahrhundert n. Chr. bis zu den Mauren in Andalusien, den Maghreb, dem Osmanischen Reich und der Geschichte Jerusalems bis zur Zweiten Intifada im Jahr 2005. Weiterlesen

„Victoria“

Selten hat mich ein Film so überrascht: Weil ich von mehreren vorab gelesenen und gehörten Besprechungen die eine, die ihm gerecht wird, überlesen habe. Sie ist von Michael Eckhardt und steht im aktuellen Leipziger Kinomagazin. Den fiktiven Bankraub im Berliner Milieu mit der technischen Finesse einer einzigen Kameraeinstellung wollte ich einfach nur gesehen haben. Weiterlesen

„Ex Machina“

Seit den Büchern des polnischen Autors Stanisław Lem, die ich vor allem in den 1970er Jahren mit großem Vergnügen verschlang, fasziniert mich die Vorstellung, wir könnten irgendwann einmal künstliche Intelligenz erschaffen und mit ihr die Welt verändern. „Intellektronik“ nennt Lem diese Schöpfungen in seinem Werk „Summa technologiae“, dessen Titel sich auf die Schriften „Summa theologica“ (um 1270) von Thomas von Aquin und „Summa Theologiae“ (um 1274) von Albertus Magnus bezieht. Weiterlesen

das Salz der Erde

„Ihr seid das Salz der Erde“, sprach der Wanderprediger Jeschua Ha-Nozri auf seiner Vortragsreise durch Galiläa und Judäa zu denen, die statt seinen Worten ihm selbst gefolgt waren. In einer eindringlichen Rede ließ er sie wissen, dass ihnen, sollten sie nicht in Schönheit verhallen, Taten würden folgen müssen, ihre Taten. Weiterlesen

„Blumen für Algernon“

Charles Gordon, Mitte 30, ist eine anrührender Mensch, gutmütig, gutwillig, nur die Natur hat ihn mit einem bescheidenen IQ von 68 leicht vernachlässigt. Charly, alle Welt nennt ihn so, lebt allein und arbeitet als Kloputzer in einer Fabrik. In der Abendschule will er lesen und schreiben lernen und fühlt sich erwärmt von der verständnisvollen Lehrerin Miss Kinnian. Ihretwegen lässt er sich auf Tests mit zwei Ärzten ein, die ihm die Labormaus Algernon vorstellen, deren Intelligenz nach einer Hirnoperation die seine um ein Vielfaches übertrifft. Er ist einverstanden, dass sie die gleiche Operation an ihm vornehmen und bald ist er in der Lage, die Welt und sich selbst in hohem Maße zu erkennen. Weiterlesen

Es war einmal ein Wald

Il était une forêt“ („Es war einmal ein Wald“) heißt ein französischer Dokumentarfilm nach einer Idee des Botanikers und Regenwaldforschers Francis Hallé. Verfilmt von Luc Jacquet („Die Reise der Pinguine“) läuft er als „Das Geheimnis der Bäume“ zurzeit in den Programmkinos. Der Originaltitel ist besser. Bäume sind noch kein Wald, dieses Jahrmillionen lang funktionierende komplexe System, um das es im Film hauptsächlich geht und das sich die Zeit gesichert hat wie Mensch und Tiere den Raum. Weiterlesen