Panikmache mit dem Zika-Virus

„Wir sind extrem alarmiert“, sagt die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation Margaret Chan. Nach WHO-Angaben gibt es in Brasilien möglicherweise 1,5 Millionen Zika-Fälle. Der Erreger steht im Verdacht, Microencephalie (schwere Schädel-Fehlbildungen bei Ungeborenen) zu verursachen, wenn sich die Mutter während der Schwangerschaft damit infiziert. WHO-Virus-Experte Marcos Espinal rechnet mit bis zu vier Millionen Infizierten. Weiterlesen

noch 99 Tage …

Noch immer ist für Unbetuchte der Lebensunterhalt an unfreiwillige Arbeit geknüpft, von der andere profitieren. Noch immer gibt es kein bedingungsloses Grundeinkommen und Apanagen hatte ich nie in Aussicht. Zufrieden kann ich sein, nie meine Haut zum Markte getragen oder meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt oder auf Befehl anderen geschadet zu haben, aber ungefähr 70.000 Tagesstunden lang musste ich auf meine Lieblingsbeschäftigungen verzichten. 99 mal 8 sind es heute noch, bevor mir die Restzeit vollumfänglich zur Verfügung steht. Längst mühelos lässt sich mein Bandmaß mit den Händen straffen.

WurzelÜbel

Wenn ein Übel, das an der Wurzel sitzt, schon mal behandelt wurde und sich doch wieder einstellt, gibt es im Zahnfall noch eine zweite Chance: die Wurzelspitzenresektion. Heute Vormittag ließ ich sie geschehen, und sie scheint gelungen, denn neun Stunden später tut es nach intensiver Kühlung kaum noch weh. Die Alternative wäre die Entfernung des Zahnes gewesen. Das wollte ich unbedingt vermeiden, weil es sich um den Backenzahn handelt, den hintersten in der Reihe und in dieser Lage körperlich und seelisch bedeutsam: Er hält meinen Kauapparat zusammen und gibt mir das Gefühl, den unweigerlichen Körperverfall in dem Moment an dieser Stelle erfolgreich aufzuhalten.

Lebensfrist

Eine gute Freundin ist mit Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium seit kurzem in einem Hospiz. Wie sie mit der Absehbarkeit ihrer Lebensfrist umgeht, wie ihr Leben, ihr Denken, ihre Wahrnehmung sich daraufhin verändert, versuche ich mir vorzustellen. Vergeblich. Ist das ein ‚Ausstattungsmangel‘? Ober ist mir das Leben nur erträglich, wenn ich seine Dauer nicht kenne? Offenbar ist es einfacher, mir das Nichtsein vorzustellen und mit ihm umzugehen, als mit der genauen Kenntnis der eigenen Lebensfrist. Weiterlesen