Terroristen

Ursprünglich galt Terror als legitime Staatsaktion. „Terror ist nichts anderes als rasche, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit. Er ist eine Offenbarung der Tugend“, erklärte der Revolutionär und jakobinische Politiker Maximilien de Robespierre im Jahre 1794 vor dem französischen Nationalkonvent. Weiterlesen

Populisten

Populisten – das Wort ist derzeit in aller Munde, vor allem bei denen, die sich gern für etwas Besseres halten: Eliten. Das sollen Mächtige und Reiche sein, EU-Bürokraten, Professoren, Politiker beispielsweise, jedenfalls jene Minderheit, die die Populisten für die Verhältnisse verantwortlich machen, unter denen sie leiden und den Kürzeren ziehen. Auch die gut dotierten und oft in verdächtigem Gleichklang tönenden Berichter und Meinungsbildner in den Medien rechnen die Populisten den Eliten zu und reden von ‚Lügenpresse‘, die gar nicht zur Unwahrheit verpflichtet werden muss, weil sie sich freiwillig und höchst eigennützig selbst konditioniert – aber das ist ein anderes Thema … Weiterlesen

die Kinder von Gando

Das Dorf Gando liegt in Westafrika, im „Vaterland der ehrenwerten Menschen“. Weil in diesen Zeiten das Kapital die Welt regiert, ist es keine Überraschung, dass die Ehrenwerten auch in Burkina Faso nicht in Wohlstand leben und ihre Kinder in Goldminen Steine zerschlagen und Stollen graben, anstatt zur Schule zu gehen. Die gab es in Gando bis 2001 nicht, ebenso wenig wie bis heute fließendes Wasser und Elektrizität. Etwa Dreitausend Einwohner haben eine Lebenserwartung von knapp über 50 Jahren. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 20 Prozent (weltweit bei 3,8 und in Deutschland bei 0,3 Prozent) und kaum jeder Vierte kann lesen oder schreiben. Weiterlesen

Demokratie-Demonstration

2015-10-10_08 Berlin, Spreeufer, TTIP-Demo

Ein Mitläufer bin ich nicht und deswegen ganz selten in Umzügen oder Versammlungen für oder gegen etwas zu finden. Hinzu kommt, dass die Ziele der Demonstrationen meist auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert werden, während die tatsächlichen Zusammenhänge viel komplexer und weitreichender sind. Weiterlesen

InkriT-Tagung 2015

Die deutschen theoretischen Marxisten, von Fritz Haug seit Jahren weitgehend und geschickt um sein Lebenswerk, das „Historisch-kritische Wörterbuch des Marxismus“, gruppiert und zugleich am Tropf gehalten, sind wieder ein Jahr älter geworden. Mein Entschluss auch dieses Jahr am Plenum teilzunehmen, ergab sich aus dem Thema „Mensch-Natur-Verhältnisse“. Weiterlesen

niedere Beweggründe

In der ideologisierten Welt sind es Staaten, in der kapitalisierten Welt Unternehmen und in der religiösen Welt Kirchen, die, von Selbstzweifeln frei, immer wieder erklären, am besten geeignet zu sein, Verantwortung für Mensch und Natur zu übernehmen und dabei nichts als unser aller Wohl im Sinn zu haben. Dafür sollen wir ihnen die unsere übertragen, sollen wir sie wählen und mit aller Kraft unterstützen, wenn es sein muss bis zum letzten Atemzug oder Blutstropfen. Tunlichst verschweigen sie uns, dass stets nur ein Teil der Gesellschaft, meist eine Minderheit, der sie natürlich angehören, Vorteil aus diesen Anstrengungen zieht.  Weiterlesen

knappe Ressourcen

Knappe Ressourcen erscheinen verhängnisvoll. Logisch erscheint, dass es dadurch ein Ding der Unmöglichkeit wird, im weltweiten Zugriff von Kapitalismus und Nationalstaat (der längst ein Würgegriff ist) die Zukunft zu erreichen. Eben darin aber, in der größer werdenden Not, sehe ich die Chance auf Zukunft wachsen.

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Systemversagen?

Weltuntergänge haben immer dann Konjunktur, wenn das kollektive Selbstvertrauen schwindet, wenn wir feststellen, dass es bei äußerster Anstrengung mal wieder nicht gelingen will, unsere Interessen mit den Gegebenheiten in Einklang zu bringen. Dieser Tage muss der Maya-Kalender herhalten, in dem ein am 11. August 3114 v. Chr. begonnener Zählabschnitt endet und kurzerhand zum kosmischen Finale erklärt wird. Weiterlesen

„Randland“

Randland“ ist der Titel eines Dokumentarfilms, der vorgestern beim „55. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm“ seine Weltpremiere hat. In Spielfilmlänge zeigt das Team um die Regisseure Leopold Grün und Dirk Uhlig eine Dorfgemeinschaft im Mecklenburgischen, die aufgehört hat, an den Kapitalismus zu glauben und die, weil sie das tut, ihn bemerkenswert überwindet. Zugunsten eines in den Worten des amerikanischen Ethnologen und Mitinitiators der Occupy-Bewegung David Graeber „elementaren Kommunismus“, den er als „Rohstoff des Zusammenlebens“ betrachtet, als „geteilte Geselligkeit […], auf der alles andere errichtet“ wird und die nach seiner historischen Analyse der ökonomischen Verhältnisse jede Gesellschaft durchzieht. Weiterlesen