„Arbeit und Struktur“

Mit dem Titel „Arbeit und Struktur“ erschien im Herbst 2013 als Buch der Blog des Schriftstellers Wolfgang Herrndorf. Nach Ai Weiwei’s „Der verbotene Blog“ ist es das zweite publizierte Internet-Tagebuch, das ich gelesen habe. Herrndorfs zwischen Mut und Verzweiflung dokumentierte letze Lebenszeit mit einem Glioblastom, einem tödlichen Gehirntumor, hat meine Neugier geweckt. Weiterlesen

Maxie Wander, gegenwärtig

Als Elfriede Brunner wurde sie am 3. Januar 1933 in einem Wiener Arbeiterviertel geboren. Als Maxie Wander wäre sie heute 80 Jahre alt. Abitur hätte sie machen sollen, verließ aber mit Siebzehn die Schule und versuchte sich als Sekretärin, Fotografin, Journalistin, Drehbuchautorin. 1956 heiratete sie den 16 Jahre älteren Fred Wander, Sohn galizischer Zuwanderer, der 1955 den ersten Studiengang am Leipziger Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ belegte. Seit 1958 bis zu ihrem Tod im Jahr 1977 lebten beide in Kleinmachnow bei Berlin, die ersten Wochen in der DDR aber in einer 1925 erbauten Fabrikanten-Villa am Schwielowsee in Petzow, die nach mehrfachem Eigentümerwechsel der Schriftstellerverband der DDR seit 1955 als Erholungsheim nutzte. Weiterlesen

Hoffnungswege

In seinen Schriften „Empört Euch!“ und „Engagiert Euch!“ aus dem Jahr 2010 appelliert Stéphane Hessel, in einer betrüblichen Gegenwart die Zukunft nicht aufzugeben. Er sorgt sich um die Menschheit, aber vor allem hat er Sorge, sich und einen Gutteil seiner Zeit vertan zu haben. Nun sollen es bewährte Werte und die Zuversicht der Jugend richten. So bleibt mir am Ende des verzweifelt knappen Textes wenig mehr als Sympathie für einen alten Mann, der nicht umsonst gelebt haben will. Weiterlesen

unerwartete Gedichte

Ein gesellschaftlicher Diskurs anhand lyrischer Texte ist selten, ist lange nicht mehr vorgekommen. Da muss man sich nicht über jene wundern, die ihn für absonderlich halten. In einer verflachten Geisteslandschaft hatte ich ein solches Ereignis längst ausgeschlossen, und da erdreistet sich ein Wortmeister, an der Meinungsfront der Print- und Telemedien vorbei zwei verdichtete Texte in die Öffentlichkeit zu lancieren, die mit solchen Überraschungen gar nicht mehr umgehen kann. Weiterlesen