Elbphilharmonie

Wissenschaftler sagen, dass unser Gehirn beim Musizieren so intensiv wie bei kaum einer anderen Tätigkeit Hören und Sehen, Fühlen und Tasten, Bewegung und Koordination, Imagination und Kreativität miteinander verknüpft. Sie sagen, dass beim Musizieren oder Musik hören Glückshormone wie beim Essen und Sport, bei Sex und durch Drogen produziert werden und dass es neben allen kulturellen Unterschieden weltweit viele Gemeinsamkeiten in der Musik gibt, dass ihre beruhigende oder anregende Wirkung universell ist.

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Musik

Musik ist heute die Sprache, mit der wir offensichtlich am besten begreifen und zusammenhalten. Warum es nicht die Worte sind, auf deren ‚Erfindung“ wir so stolz sind, ist eine große Frage. Weil nach wie vor der Bauch den Kopf dominiert? Das hören bezeichnenderweise vor allem die Klugen nicht gern. Als müssten sie verteidigen, was ihnen nicht gelingt: mit dem Austausch von Gedanken dem Kampf ums Überleben immer mehr Lebenswertes abzugewinnen. Weiterlesen

„Zohra“ aus Afghanistan

Zarifa Adiba ist die junge Frau auf dem Bild. Als ich sie, nicht ganz zufällig, fotografiere, sitzt sie auf dem Altarpodest in der Berliner Gedächtniskirche. Vor ihr schafft ein Orchester junger Musikerinnen eine klangvolle Stille für zwei Rubabs, das Nationalinstrument der Afghanen. Nicht ganz zufällig, weil, mehr noch als Äußerliches, die verträumte Konzentration in ihrem Gesicht meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Da weiß ich ihren Namen noch nicht. Weiterlesen

ein Preis und ein Spiel und ein Satz

Aus einem Schriftwechsel mit Gerhard Gobsch, emeritierter Professor für Physik an der Technischen Universität Ilmenau

GG     Eine kühne, großartige Entscheidung: Bob Dylan erhält den Literatur-Nobelpreis! Nach der Bekanntgabe waren meine Augen feucht. Mit seinen Liedern gingen Millionen auf die Straße oder träumten, wie ich! Hoffnung? Zuversicht? Mut? Zweifel? Demut: “The answer, my friend, is blowing in the wind!“ Auch Luther: “Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich noch heute ein Apfelbäumchen pflanzen!“ Weiterlesen

unbridled: Mick & Co.

Acht Jahre liegen zwischen „Shine a Light“ und „Havana Moon“, zwei Konzert-Filme mit den Rolling Stones. 73-72-75-69 (Mick-Keith-Charly-Ron) ist ihre aktuelle Alterskennung, Verwitterung ihr optisches Ausmaß, doch sobald Musik durch diese Körper strömt, sind es die vier lebendigsten der Welt. Weiterlesen

Santanas Musik

Im Mai 2002 habe ich Santana und Band schon einmal live erlebt. Es war in der Arena-Halle in Leipzig, die er mit seiner Musik ausfüllte. Wie starker Wind wehte sie von der Bühne her, auf der sie Carlos bedenklich zu biegen und zu verwirbeln schien. Bis ich begriff, dass er den Sturm erschuf, der bog und wirbelte und mich durchdrang. Sonst widerstehe ich instinkiv allem und jedem, das und der mir heftig und vereinnahmend entgegenkommt. Dieses Mal verspürte ich zugleich die Ehrlichkeit, in der dieser Sound strömte, und ich öffnete mich und ließ sie geschehen.2016-07-09_04 Potsdam, Santana-Konzert Weiterlesen