InkriT-Tagung 2015

Die deutschen theoretischen Marxisten, von Fritz Haug seit Jahren weitgehend und geschickt um sein Lebenswerk, das „Historisch-kritische Wörterbuch des Marxismus“, gruppiert und zugleich am Tropf gehalten, sind wieder ein Jahr älter geworden. Mein Entschluss auch dieses Jahr am Plenum teilzunehmen, ergab sich aus dem Thema „Mensch-Natur-Verhältnisse“. Weiterlesen

eine besondere Begegnung II

Fünf Wochen nach Jean Ziegler in Leipzig erlebte ich in Berlin Sebastião Salgado. Aufmerkam wurde ich auf ihn im vergangenen Herbst, sah zweimal den Film „Das Salz der Erde“, in dem Wim Wenders mit Hilfe von Salgados Sohn Juliano Leben und Werk des brasilianischen Fotografen dokumentiert. Weiterlesen

Können wir die Verhältnisse ändern?

Es ist unstrittig, dass derzeit Systeme die Welt beherrschen, in denen (ökonomisches) Wachstum, (nationale) Konkurrenz und (egozentrische) Individualisierung die Menschheit als globale Gemeinschaft in Frage stellen. Aus ihnen erwachsen immer neue Wirtschaftskrisen, Hungerkatastrophen und Gewalttaten. Gleichzeitig wird das Wohlstandsgefälle zwischen und innerhalb von Staaten immer größer. Immer mehr Menschen haben immer schlechtere Aussichten auf ein zufriedenes Leben. Weiterlesen

niedere Beweggründe

In der ideologisierten Welt sind es Staaten, in der kapitalisierten Welt Unternehmen und in der religiösen Welt Kirchen, die, von Selbstzweifeln frei, immer wieder erklären, am besten geeignet zu sein, Verantwortung für Mensch und Natur zu übernehmen und dabei nichts als unser aller Wohl im Sinn zu haben. Dafür sollen wir ihnen die unsere übertragen, sollen wir sie wählen und mit aller Kraft unterstützen, wenn es sein muss bis zum letzten Atemzug oder Blutstropfen. Tunlichst verschweigen sie uns, dass stets nur ein Teil der Gesellschaft, meist eine Minderheit, der sie natürlich angehören, Vorteil aus diesen Anstrengungen zieht.  Weiterlesen

ahnungsvoll unwissend

sind wir, wenn es um Zukunft geht. Keinen Blick voraus öffnet unser Denkvermögen, auf das wir so stolz sind. Allenfalls versetzt es uns in die Lage, Vorahnungen zu produzieren. Ganz etwas anderes wäre es, einen Vorteil daraus ziehen zu können, schon wegen der erschütternden Erkenntnis, dass es kein persönlicher Vorteil sein wird, den unsere Lebensfrist weitgehend ausschließt.

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Nash-Gleichgewicht

Das Nash-Gleichgewicht „beschreibt in nicht-kooperativen Spielen eine Kombination von Strategien, wobei jeder Spieler genau eine Strategie wählt, von der aus es für keinen Spieler sinnvoll ist, von seiner gewählten Strategie abzuweichen.“ Daher ist „jeder Spieler auch im Nachhinein mit seiner Strategiewahl einverstanden“ und „würde sie wieder genauso treffen. Die Strategien der Spieler sind demnach gegenseitig beste Antworten.“ Insofern sind die Spieler und ihre Strategien verlässlich. Strukturen, die daraus folgen, haben gute Chancen, dauerhaft zu sein. Weiterlesen

knappe Ressourcen

Knappe Ressourcen erscheinen verhängnisvoll. Logisch erscheint, dass es dadurch ein Ding der Unmöglichkeit wird, im weltweiten Zugriff von Kapitalismus und Nationalstaat (der längst ein Würgegriff ist) die Zukunft zu erreichen. Eben darin aber, in der größer werdenden Not, sehe ich die Chance auf Zukunft wachsen.

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ZeitFragen

Was heißt es, wenn ich sage: keine Zeit? Hatte ich sie bis zu dem Moment und jetzt nicht mehr? Kann ich sie ausschließen? Stellt sie sich wieder ein? Wenn ich es will? Was entgeht mir ohne sie? Zukunft. Und die Gegenwart? Kann es sein, dass die Gegenwart nur existiert, wenn ich Zeit habe? Kann es sein, dass, wenn ich sage: keine Zeit, die Gegenwart verloren ist? Ich in der Gegenwart verloren bin? Weiterlesen

noch 99 Tage …

Noch immer ist für Unbetuchte der Lebensunterhalt an unfreiwillige Arbeit geknüpft, von der andere profitieren. Noch immer gibt es kein bedingungsloses Grundeinkommen und Apanagen hatte ich nie in Aussicht. Zufrieden kann ich sein, nie meine Haut zum Markte getragen oder meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt oder auf Befehl anderen geschadet zu haben, aber ungefähr 70.000 Tagesstunden lang musste ich auf meine Lieblingsbeschäftigungen verzichten. 99 mal 8 sind es heute noch, bevor mir die Restzeit vollumfänglich zur Verfügung steht. Längst mühelos lässt sich mein Bandmaß mit den Händen straffen.