Vita

Geboren wurde ich vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, gezeugt im anhalti-schen Dessau (damals sowjetische Besatzungszone) von einer von allen guten Geistern verlassenen Schlesierin zwischen einer enttäuschenden Kriegsehe und ihrem Mann fürs Leben. Mit ihm, da war ich noch keine zwei Jahre alt, machte sie sich westwärts aut und davon und überließ mich ihren Eltern, meinen Großeltern. Sie lebten mir Bescheidenheit und ehrliche Gesinnung vor.

Meine Liebe zur Astronomie wurde in einem Lehrerstudium für Physik und Mathematik erstickt. In dieser Zeit, noch immer freundelos, wurden die Worte vertraute Gefährten. Daraus ergab sich ein Studium am Leipziger Literaturinstitut. Eine Schrift des Philosophen Wolfgang Harich brachte mich auf die Spur des Club of Rome. Vom Schreiben, sah ich, würde ich nicht leben können, und faule Kompromisse ertrug ich nicht.

So wurde ich Dramaturg am Eisenacher Landestheater und half zehn Jahre lang Musik- und Sprechheaterwerken hinauf auf die Bretter, die die Welt bedeuten. 1984 kam meine Tochter Maria zur Welt. Im gleichen Jahr gründete ein halbwegs Verrückter in Halle an der Saale das erste freie Musiktheater der DDR. In seinem Umkreis war ich bis 1988 gut auf-gehoben. In Eisenach kam mein „Waldstück mit Rosapelikan“ auf die Bühne, ein Spiel für Kinder mit Erwachsenen, das Umwelt- und Selbstzerstörung thematisiert.

Eine schwere Erkrankung meiner Frau gab im Frühjahr 1989 den Ausschlag für die Rückkehr nach Leipzig. In einem Verlag, der die politische Wende nur wenige Monate überlebte, wurde ich Lektor. Danach bekam ich Verantwortung in einem kleinen Ort. Dort hatte ich zehn Jahre lang viel Freude an den Möglichkeiten der Demokratie. Bis ein arroganter Ministerpräsident die Umlandgemeinde kurzerhand und gegen den ausdrücklichen Willen ihrer Bewohner der Großstadt zuordnete. So verschwand ich im Jahr 2000 hinter einen belanglosen Leipziger Schreibtisch.

Von da an versuche ich, inspiriert von Karl Popper und von Jean Ziegler empfohlen, eine „kannibalistischen Weltordnung“ durch „subversive Integration“ nicht nur auszuhalten.

 

Veröffentlichungen

  • der tatbestand gottes – gedichte                                                                        Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2003, ISBN 3-937101-02-0
  • Text in  Hab ich dir heute schon gesagt… Geschichten für Mütter                     Anthologie. Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-7466-2125-9
  • Gedichte in  Niemandes Ort
    Anthologie. Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2016, ISBN 978-3-95632-400-0
  • Hauptsache Fußball – Ein biografischer Essay
    AT Edition, Münster 2016, ISBN 978-3-89781-250-5

 

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