AntWorte für die Tochter

Du schreibst:

1. Egal ob du mir dazu raten oder davon abraten würdest, ich habe entschieden, auch wei­terhin mit B. zusammen zu bleiben.

B. hat mir seine Version des Vorgefallenen erzählt. Deine kenne ich nicht, kann die Situation demnach gar nicht beurteilen. Allerdings ist mir nichts Menschliches fremd, und dieses Menschliche ist ein sehr sehr weites Feld. Zu etwas raten oder von etwas abraten werde ich nicht, denn du hast ja schon deine Entscheidung ge­troffen.

2. Ich möchte auf unbestimmte Zeit keinerlei persönlichen oder telefonischen Kontakt zu jeglichen Personen (B. ausgenommen).

Warum sollten ‚jegliche Personen‘ Kontakt zu dir suchen? Allerdings betrübt mich deine Zuordnung von mir in diese Personengruppe. Da stimmt doch Einiges nicht zwischen uns!

3. Ich brauche kein übertriebenes Mitleid, vor allem aber keine unangemessenen Bagatel­lisierungen oder zukünftige Witzeleien.

Was ist übertrieben und was ist unangemessen? Mit dem Mitleid ist es ähnlich. Manchmal erleichtert es den anderen, manchmal hilft es gar nichts. Baga­tellisieren kann ich nur etwas, das Bedeutung für jemand anderen hat. Auch davon weiß ich nichts mangels ohnehin sehr eingeschränkter Kommunikation. Auf jeden Fall schafft dein Statement eine Verunsicherung, die sie (die Kommunikation) weiterhin erschwert und kompliziert. Ich denke, hier sollten die Beteiligten Vertrauen bilden und auch riskieren, dass es enttäuscht wird.

4. Meine geplante Geburtstagsfeier zum 30. entfällt und wird eventuell, sollte mir der Sinn danach stehen, in einigen Monaten nachgeholt.

Wir werden sehen …

5. Geschenke oder Glückwunschkarten lehne ich bis zu einer möglichen Nachfeier eben­falls ab.

Glückwünsche fürs Älterwerden sind ohnehin seltsam. Wünsche für gute Gesundheit und persönliche Zufriedenheit, hiermit ausgesprochen, sind jederzeit angebracht. Ich kenne noch niemanden, dem sie nicht willkommen wären. Geburtstagsrituale, an die wir uns gewöhnt haben, sollen uns ein Minimum an Zuwendung von denen sichern, die uns wert und wichtig sind. Beglückwünschen sollte man die, die sie häufiger und mehr davon empfangen. Materielle Geschenke halte ich in einem Leben ohne Hunger und Not für entbehrlich. Bestenfalls drücken sie Zuneigung aus.

6. Und NEIN, ich werde keine psychologische Betreuung in Anspruch nehmen.

Das tust du unbewusst, mit jedem ernsthaften Gespräch, sowieso.

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